Integration

Integration heißt wörtlich übersetzt: das Wiederherstellen einer Einheit.

Für uns bedeutet Integration ein Miteinander ganz unterschiedlicher Menschen in unserer Gesellschaft und akzeptiert unterschiedliche Fähigkeiten und Entwicklungen als gleichrangig. Im Kinderhausalltag heißt dies konkret, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam leben und lernen. Dadurch werden alle Kinder in ihrer Persönlichkeit akzeptiert und gefördert. Sie können in einer Atmosphäre der Offenheit im gemeinsam gestalteten Alltag individuelle Erfahrungen sammeln, im gemeinsamen Spielen, Lernen und miteinander Leben sich entwickeln und aneinander wachsen. Das heißt nicht ein bloßes Nebeneinander der Kinder, sondern ein bewusstes Miteinander.

Maria Montessori entwickelte ihre Pädagogik zuerst für das Kind mit besonderen Bedürfnissen. Die Montessori-Pädagogik bietet gerade darum einen optimalen Rahmen, um Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam zu erziehen und zu fördern. Die Grundlage, des eigenständigen Lernens, fordert die Erzieherin auf das Kind dort abzuholen wo es steht. In unserem Kinderhaus bilden wir gemeinsam mit ALLEN ein Ganzes. Jedes Kind hat Schwächen und Stärken. Alle Kinder mit ihren Eigenheiten und besonderen Entwicklungsstufen werden in der Montessori-Pädagogik, den Materialien, der vorbereiteten Umgebung und der Haltung des Erwachsenen umfassend gefördert. Die Montessori-Pädagogik ist ein pädagogisches Konzept, das ein Höchstmaß sowohl an Gemeinsamkeiten als auch an Individualisierung bietet, das kein Kind in eine Sonderrolle geraten lässt und desintegrierende, isolierende Maßnahmen und Prozesse meidet.

Wir gehen davon aus, dass bei Lernvorgängen der Kinder mit und ohne Behinderung kein prinzipieller Unterschied besteht. Beides unterscheidet sich lediglich in der graduellen Abstufung der notwendigen und erforderlichen Hilfen. Erziehung ist u.a. die Bereitstellung für die Aneignungsprozesse der Kinder. Voraussetzung ist, dass die Erzieherin das Denken und Verhalten des Kindes, also die Struktur seines Lernprozesses erkennt. Kinder mit und ohne Behinderung lernen ihre Grenzen zu erkennen, damit umzugehen und zu akzeptieren.

Durch das gemeinsame Erleben eröffnen wir den Kindern Möglichkeiten, den anderen zu sehen, zu erfahren, ihn zu mögen, durch den anderen zu lernen, Schwierigkeiten gemeinsam zu bewältigen und eine Behinderung als Gegebenheit anzunehmen. Beide – Kinder mit und ohne eine Behinderung – lernen in gegenseitigem Respekt und Achtung voneinander. Die Pädagogik Montessoris vermittelt damit den Kindern ein Menschenbild, das von Liebe, Toleranz und Achtung zueinander ebenso geprägt ist, wie von dem Bewusstsein der Würde jedes Menschen und seinen daraus resultierenden Bedürfnis nach Selbständigkeit.

 

Der Weg auf dem die Schwachen sich stärken ist der gleiche, auf dem sich die Starken vervollkommnen. (Maria Montessori)

 

Wöchentlich kommt die Frühförderung in das Kinderhaus, um die Kinder mit besonderen Bedürfnissen bestmöglich ihren Fähigkeiten entsprechend zu fördern. Dies geschieht in der „Spielstunde“. Das Team hat, bedingt durch einen Kooperationsvertrag, Anspruch auf wöchentliche Teamberatung. Hier ist Zeit für gemeinsame Reflexion von Verhaltensbeobachtungen der Kinder, Vermittlungen von Fachwissen, Fallbesprechungen und regelmäßiger gegenseitiger Informationsaustausch über den Entwicklungsstand des Kindes. Vorbereitung zu Elterngesprächen gehören ebenso zur Teambesprechung, wie die Beratung und Zusammenarbeit über die Neuaufnahme eines integrativen Kindes. Die jeweils auf das Kind bezogenen Frühfördermaßnahmen werden von Eltern, Team und Frühförderung gemeinsam in regelmäßig stattfindendem Elterngespräch abgesprochen und im Förderplan festgeschrieben.

Weitere Therapien, wie Logopädie und Ergotherapie, können in unserem Hause stattfinden. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten findet eine Kooperation im Sinne des Kindes mit besonderen Bedürfnissen statt.